Alte Schule

Die Schule zu Soller wurde lt. Schulchronik im Jahre 1869 erbaut. Das massive 2-stöckige Gebäude bestand aus 2 Klassenräumen, einer großen Lehrerdienstwohnung im rechten Bauflügel und einer kleinen Dienstwohnung für die Lehrerinnen im Obergeschoss links. 1912 wurde in den Schulräumen und in der Lehrerwohnung Strom verlegt. Im Oktober 1918 musste die Schule geräumt werden und diente als Wachstube, Kantine, Schlafraum für 2 Batterien englischer Soldaten. Erst ab August 1919 konnte wieder Unterricht erteilt werden.

1938 – 1939 wurde die Schule renoviert und von Oktober 1939 bis Juni 1940 erneut mit Soldaten belegt. Insgesamt wurden im ganzen Ort 250 Mann einquartiert.
Erst ab Mai 1946 wurde im oberen Schulzimmer wieder Unterricht erteilt. Es war notdürftig hergerichtet. Das untere Klassenzimmer war völlig unbrauchbar. Auch alle anderen Räume des Schulgebäudes waren durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden.
In den Jahren 1948 – 1949 wurde das Schulgebäude erneut renoviert.

Für die Lehrerwohnung rechts musste im Jahr 1950 mtl. 21,60 DM, für die Lehrerinnenwohnung, links im Obergeschoß, 7,50 DM, als Miete gezahlt werden. 1953 wurden die Schulhofmauern saniert. 1957 wurden die alten Toiletten (et „Sekkes“) abgerissen, WC`s gebaut und erneut eine große Renovierung durchgeführt.

Im Schnitt wurden in Soller 60 – 75 Schüler in 2 Schulräumen unterrichtet. Ab dem Schuljahr 1968 – 1969 wurden die beiden letzten Jahrgänge der Volksschule Jakobwüllesheim in der Oberklasse mit unterrichtet.
1973 wurde durch die Schulreform des Landes NRW die katholische Volksschule Soller aufgelöst. Die Schüler aus Soller wurden mit Schulbussen zur Gemeinschaftsgrundschule bzw. Hauptschule nach Vettweiß gebracht.
Danach wurde die Schule im Obergeschoß als Mietwohnung umgebaut und der untere Klassenraum diente fortan den Vereinen als Versammlungsraum.

Im Jahr 1992 wurde dann die Interessengemeinschaft der Ortvereine Soller gegründet und sorgt seitdem für den Erhalt der „Alten Schule“.

Wenn auch das Schulgebäude heute seine ursprüngliche Aufgabe verloren hat, so ist es doch durch die Nutzung durch die IG zu einem wichtigen und unverzichtbaren Treffpunkt im Dorfleben geworden.