Kurzbericht über Soller

CIMG1824 Wenn man einen Ortsnamen oder seine Herkunft bestimmen will, darf man sich nicht an seine jetzige Schreibweise halten, sondern muss möglichst die ältere Form des Namens heranziehen. In dem rheinischen Gebiet gehen die Ortsnamen vielfach auf römische, keltische ja sogar ligurischer Bildungen zurück, wobei die ursprüngliche Namensform nicht immer erkennbar ist. So leiten die Geschichtsforscher den Ortsnamen aus dem Althochdeutschen solari = flaches Dach. An anderen Stellen wird der Name von Sölre, Solere, Solare und Solarium hergeleitet.  Solarium ist das Neutrum von solarius, das zu Boden gehörige bedeutet.   Der Name ist somit von den Bodenverhältnissen und die Fruchtbarkeit des Bodens, rund um Soller zu Stande gekommen, so dass man es als Fruchtspeicher oder Fruchtkammer bezeichnen kann.

Nachweislich war das Gebiet in und um Soller bereits zu Zeiten der Römer und Franken  besiedelt. Das ist durch zahlreiche Bodenfunde festgestellt worden.

1981 wurde bei Bauarbeiten eine römische Wasserleitung aus dem 2.Jh. entdeckt.

In Soller hatte auch ein römischer Töpfer namens Verecundus seinen Betrieb. Er hatte sich auf Großgefäße spezialisiert. Die Gefäße exportierte er nachweislich bis nach Großbritannien.

Im Jahre 989 wurde Soller erstmalig urkundlich erwähnt, ebenso in Urkunden aus den Jahren 1022 und 1072 wird Soller erwähnt, so dass man davon ausgehen kann, dass die Geschichte der Kirche von Soller auf eine Zeit von mehr als 1.000 Jahre zurück blicken kann.

Soller war eine Mutterkirche und hatte als Filialkirche, die Kapelle in Jakobwüllesheim, die von einem Kaplan bedient wurde.

Direkt neben der Kirche, die durch ihren schlanken Kirchturm von weitem schon gut sichtbar ist, wurde im Jahre 1895 durch Pfarrer Eduard Schwalbach eine Lourdesgrotte erbaut, die in jedem Jahr, im September, von  viele Pilger besucht wird.

CIMG1666 Soller gehörte bis 1932 zum Bürgermeisteramt Drove. Seit 1932 gehört Soller zum Amt Vettweiß und 1969 wurde er zu Vettweiß eingemeindet.

Bevor die Drover Heide im Jahr 2000 zu einem Schutzgebiet für gefährdete Tiere und Pflanzen erklärt wurde, war sie fast 100 Jahre militärisch genutzt worden. Sie gehört zu einem großen Teil zur Gemarkung Soller. Seit 2004 ist sie für die Öffentlichkeit freigegeben und kann auf markierten Wegen durchwandert werden.